Glaukom Implantat

Anatomisches Augenmodell zur Erklärung von Glaukom-Mikroimplantaten

Glaukom-Implantate können den Abfluss des Kammerwassers verbessern und dadurch den Augeninnendruck senken. Sie kommen bei Grünem Star infrage, wenn Augentropfen, Laserbehandlungen oder andere Maßnahmen nicht ausreichend wirken oder die Tropfenbelastung reduziert werden soll.

Je nach Befund werden unterschiedliche Implantate eingesetzt. Mikroimplantate wie der iStent, der XEN Gel Stent oder der Hydrus Mikrostent zählen zur minimalinvasiven Glaukomchirurgie. Das Ahmed Glaukom Implantat ist dagegen ein größeres Drainageimplantat und wird eher bei schwer kontrollierbaren Glaukomformen eingesetzt.

Anatomisches Augenmodell zur Erklärung von Glaukom-Mikroimplantaten

Mikroimplantate bei Glaukom zur Senkung des Augeninnendrucks

Mikroimplantate können bei Grünem Star eingesetzt werden, um den Abfluss des Kammerwassers zu verbessern und den Augeninnendruck zu senken. Je nach Glaukomform und Befund kommen unterschiedliche Implantate infrage, die individuell ärztlich ausgewählt werden.

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iStent bei Glaukom

Der iStent ist ein sehr kleines Mikroimplantat zur Senkung des Augeninnendrucks. Er wird im Trabekelmaschenwerk platziert, damit Kammerwasser leichter aus dem Auge abfließen kann. Wenn der Abfluss verbessert wird, kann der Augeninnendruck sinken und der Sehnerv entlastet werden.

Die iStent-Implantation zählt zur minimalinvasiven Glaukomchirurgie. Bei passendem Befund kann der Eingriff mit einer Kataraktoperation kombiniert werden, wenn gleichzeitig ein Grauer Star behandelt wird. In geeigneten Fällen kann sich dadurch auch die Tropfenbelastung verringern.

Ob ein iStent sinnvoll ist, hängt von der Glaukomform und vom individuellen Befund ab. Deshalb wird das Implantat ärztlich ausgewählt und nicht pauschal eingesetzt.

iStent-Behandlungsablauf

Die iStent-Implantation erfolgt über einen sehr kleinen Zugang am Auge. Der genaue Ablauf hängt davon ab, ob der iStent allein oder zusammen mit einer Kataraktoperation eingesetzt wird.

1 Örtliche Betäubung

Das Auge wird mit Tropfen betäubt.

2 Kleiner Hornhautschnitt

Der Zugang erfolgt über einen sehr kleinen Schnitt am Rand der Hornhaut.

3 Einführung des iStent

Der iStent wird in die Vorderkammer des Auges eingeführt.

4 Platzierung

Der Operateur platziert den iStent im Trabekelmaschenwerk.

5 Kontrolle der Position

Anschließend wird geprüft, ob das Implantat korrekt sitzt.

6 Abschluss des Eingriffs

Der kleine Schnitt verschließt sich häufig selbst und benötigt meist keine Naht.

Nachsorge nach iStent-Implantation

Nach einer iStent-Implantation helfen regelmäßige Kontrollen, den Heilungsverlauf und den Augeninnendruck zu überwachen. Die folgenden Punkte zeigen, worauf Sie in der Nachsorge achten sollten.

01

Medikamente anwenden

Nach der iStent-Implantation können Augentropfen zur Unterstützung der Heilung verordnet werden. In manchen Fällen wird die bisherige Glaukom-Medikation angepasst.

Tropfen nur nach ärztlicher Anweisung anwenden.

02

Kontrolltermine wahrnehmen

Die erste Kontrolle findet meist zeitnah nach der Operation statt. Dabei wird geprüft, ob das Auge gut heilt und der Augeninnendruck stabil ist.

Weitere Termine helfen, den Heilungsverlauf zu überwachen.

03

Auge schonen

In den ersten Tagen sollte das Auge vor Reibung, Schmutz und starkem Druck geschützt werden. Körperliche Belastungen sollten nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

! Auge nicht reiben oder drücken.

04

Warnzeichen beachten

Starke Schmerzen, eine deutliche Sehverschlechterung, starke Rötung oder Ausfluss sollten zeitnah ärztlich abgeklärt werden.

! Bei auffälligen Beschwerden die Augenarztpraxis kontaktieren.

05

Langfristig kontrollieren lassen

Auch nach der ersten Heilungsphase bleiben regelmäßige Augenuntersuchungen wichtig. So können Augeninnendruck und Behandlung langfristig überprüft werden.

Kontrollintervalle individuell ärztlich festlegen lassen.

XEN Gel Stent bei Glaukom

Der XEN Gel Stent ist ein Glaukom-Implantat, das den Abfluss des Kammerwassers unter die Bindehaut unterstützen kann. Dadurch kann der Augeninnendruck gesenkt werden.

Der XEN Gel Stent kommt infrage, wenn medikamentöse Behandlungen den Augeninnendruck nicht ausreichend kontrollieren. Er wird besonders im Zusammenhang mit refraktärem Glaukom genannt.

Der Eingriff erfolgt mikroinvasiv über einen kleinen Zugang. Regelmäßige Kontrollen helfen, den Heilungsverlauf und den Augeninnendruck zu überwachen.

Kurz eingeordnet

Einsatz

refraktäres Glaukom oder unzureichende Druckkontrolle durch Medikamente

Prinzip

Abfluss des Kammerwassers unter die Bindehaut

Ziel

Senkung des Augeninnendrucks

Nachsorge

Kontrolle von Heilung und Augeninnendruck

Augenärztin an einem Operationsmikroskop

Hydrus Mikrostent bei Glaukom

Der Hydrus Mikrostent kann bei Offenwinkelglaukom eingesetzt werden, wenn der natürliche Abflussweg des Auges unterstützt werden soll. Er wird im Bereich des Schlemm-Kanals platziert. Über diesen Kanal fließt Kammerwasser normalerweise aus dem Auge ab.

Eine Besonderheit des Hydrus Mikrostents ist seine fensterartige Struktur. Sie kann den Schlemm-Kanal über etwa 90 Grad erweitern. Dadurch soll Kammerwasser besser abfließen, sodass der Augeninnendruck sinkt.

Häufig wird der Hydrus Mikrostent im Rahmen einer Kataraktoperation eingesetzt. In einigen Fällen können Glaukommedikamente nach der Behandlung reduziert oder komplett abgesetzt werden.

Ahmed Glaukom Implantat

Das Ahmed Glaukom Implantat ist ein Ventilimplantat, das bei schwer zu kontrollierendem Augeninnendruck eingesetzt werden kann. Es kommt vor allem bei refraktärem Glaukom infrage, wenn andere Behandlungen oder Operationen den Augeninnendruck nicht ausreichend senken.

Das Implantat wird außerhalb des Auges platziert und von der Bindehaut abgedeckt. Über einen kleinen Schlauch kann Kammerwasser aus dem Auge abgeleitet werden, damit der Augeninnendruck reguliert wird. Das Ahmed Glaukom Implantat unterscheidet sich deutlich von Mikroimplantaten wie iStent, XEN Gel Stent und Hydrus Mikrostent. Der Eingriff ist invasiver und kann mit höheren Risiken verbunden sein.

Neben refraktären Glaukomen kann das Ahmed Glaukom Implantat auch bei neovaskulären und kongenitalen Glaukomen infrage kommen. Die Entscheidung erfordert eine genaue Planung, sorgfältige Evaluation und einen spezialisierten Chirurgen.

Behandlungsmöglichkeiten bei Glaukom

Die Behandlung eines Glaukoms richtet sich nach dem Befund, der Glaukomform und dem bisherigen Verlauf. Je nach Situation kommen medikamentöse, laserbasierte, mikrochirurgische oder operative Verfahren infrage.

Patientin wendet Augentropfen zur Behandlung von Grünem Star

Augentropfen

Augentropfen sind häufig der erste Behandlungsschritt bei Glaukom. Sie werden regelmäßig angewendet und vom Augenarzt nach Wirkung, Verträglichkeit und Verlauf angepasst.

Lasergerät für eine SLT-Behandlung bei Grünem Star

Laserbehandlung

Eine Laserbehandlung kann je nach Glaukomform eine sinnvolle Ergänzung oder Alternative zu Augentropfen sein. Sie kommt infrage, wenn Tropfen allein nicht ausreichen oder nicht gut vertragen werden.

Anatomisches Augenmodell zur Erklärung von Glaukom-Mikroimplantaten

Mikroimplantate

Mikroimplantate können den Abfluss der Augenflüssigkeit verbessern und den Augeninnendruck regulieren. Sie kommen infrage, wenn andere Therapien nicht ausreichen.

Augenarzt berät Patientin zu operativen Behandlungsmöglichkeiten bei Grünem Star

Operative Behandlung

Operative Verfahren werden erwogen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichen oder das Glaukom weiter fortschreitet. Die Wahl des Eingriffs richtet sich nach Befund, Risiko und Therapieziel.

Häufige Fragen zu Glaukom-Implantaten

Was ist ein Glaukom-Implantat?

Ein Glaukom-Implantat kann den Abfluss des Kammerwassers verbessern und dadurch den Augeninnendruck senken. Ziel ist es, den Sehnerv zu entlasten und das Fortschreiten des Glaukoms zu verlangsamen.

Wann kommt ein Glaukom-Implantat infrage?

Ein Glaukom-Implantat kommt infrage, wenn Augentropfen, Laserbehandlungen oder andere Verfahren den Augeninnendruck nicht ausreichend kontrollieren. Die Wahl des Implantats hängt vom individuellen Befund ab.

Welche Glaukom-Implantate gibt es?

Zu den Glaukom-Implantaten gehören unter anderem iStent, XEN Gel Stent, Hydrus Mikrostent und Ahmed Glaukom Implantat. Sie unterscheiden sich in Wirkprinzip, Einsatzgebiet und Invasivität.

Wie funktioniert der iStent?

Der iStent wird im Trabekelmaschenwerk platziert und unterstützt dort den natürlichen Abfluss des Kammerwassers. Dadurch kann der Augeninnendruck sinken.

Was ist der XEN Gel Stent?

Der XEN Gel Stent ist ein Glaukom-Implantat, das den Abfluss des Kammerwassers unter die Bindehaut unterstützen kann. Er kommt besonders bei refraktärem Glaukom oder unzureichender medikamentöser Behandlung infrage.

Was unterscheidet den Hydrus Mikrostent?

Der Hydrus Mikrostent wird im Bereich des Schlemm-Kanals platziert. Seine fensterartige Struktur kann den Schlemm-Kanal über etwa 90 Grad erweitern, damit Kammerwasser besser abfließen kann.

Kann ein Glaukom-Implantat mit einer Kataraktoperation kombiniert werden?

Eine Kombination kann je nach Befund infrage kommen, besonders bei iStent oder Hydrus Mikrostent. Dabei wird gleichzeitig der Graue Star behandelt und der Kammerwasserabfluss unterstützt.

Wann kommt das Ahmed Glaukom Implantat infrage?

Das Ahmed Glaukom Implantat kommt vor allem bei schwer zu kontrollierendem Augeninnendruck und refraktärem Glaukom infrage. Auch bei neovaskulären oder kongenitalen Glaukomen kann es je nach Befund eingesetzt werden.

Kann ein Glaukom durch ein Implantat geheilt werden?

Ein Glaukom-Implantat heilt Grünen Star nicht. Es kann den Augeninnendruck senken, aber bereits entstandene Schäden am Sehnerv können nicht rückgängig gemacht werden.